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Ihr Reha-Antrag

Was bedeutet Rehabilitation?

Rehabilitation (Wiederherstellung/Wiedereingliederung) soll nach körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung wie beispielsweise schwerer körperlicher Krankheit, Operationen, Unfallfolgen, psychosomatischen Erkrankungen, etc. den Gesundheitszustand verbessern, wieder herstellen oder erhalten, um eine Rückkehr in das Erwerbsleben bzw. die Teilhabe am aktiven, gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Habe ich Anspruch auf eine Rehamaßnahme?

Ein Anspruch auf stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation (§ 40 Abs. 2 SGB V) besteht dann, wenn Leistungen der ärztlichen Behandlung oder ambulante Rehamaßnahmen nicht mehr ausreichen, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, eine Verschlimmerung der Krankheit zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Eine Rehamaßnahme können Sie erhalten, wenn Ihre Erwerbstätigkeit erheblich gefährdet oder gemindert ist und beispielsweise eine Frühverrentung droht.

Voraussetzung für die Durchführung einer Rehamaßnahme ist der von Ihnen gestellte Reha-Antrag!

 

Das Formular: der Reha-Antrag

Das Antragsformular des Reha-Antrags erhalten Sie von Ihrem zuständigen Kostenträger. Diese sind die Deutschen Rentenversicherungen (ehemals BfA/LVA) oder Gesetzlichen Kran-kenkassen, die Gesetzliche Unfallversicherung, Kriegsopferfürsorge oder Sozialämter (Hartz IV-Empfänger). Wer von diesen Institutionen die Kosten Ihrer Rehamaßnahme letztlich übernimmt, hängt von den Behandlungszielen und Krankheitsursachen sowie Ihrer persönlichen Lebenssituation ab. Ebenso ist von Bedeutung, ob ein Unfall/Wegeunfall/Arbeitsunfall oder eine berufsbedingte Erkrankung vorliegt. Bei Erwerbstätigen ist dies meist der Rentenversicherungsträger (DRV Bund, DRV Knappschaft-Bahn-See, Rentenversicherungsträger der Länder, etc.). Bei Rentnern, Erwerbslosen oder Familienversicherten ist meist die Gesetzliche Krankenversicherung (Krankenkasse) zuständig. Bei einem gesundheitlichen Schaden in Folge eines Arbeits- oder Wegeunfalls oder einer Berufskrankheit treten die Berufsgenossenschaften ein.

Wie und wo kann ich meinen Anspruch anmelden?

Ein Antrag auf Rehabilitation (im Folgenden kurz "Reha-Antrag" genannt) ist der erste Schritt dazu, eine Rehamaßnahme einzuleiten.

Wie stelle ich meinen Reha-Antrag?

Besprechen Sie Ihr Anliegen mit Ihrem Haus- oder Facharzt, bei welchem Sie in Behandlung sind und der Ihre gesundheitlichen Problemstellungen kennt. Dieser ist mit der Beantragung vertraut und wird Sie bei der Antragstellung unterstützen und beraten sowie darüber hinaus ein den Antrag unterstützendes, befürwortendes Gutachten erstellen, welches dem Reha-Antrag beigefügt wird. Somit beseht der Reha-Antrag also aus 3 Teilen: Der Reha-Antrag als solcher, einer Selbstauskunft und der Befürwortung Ihres Arztes.

Der Kostenträger: Wer ist für meinen Reha-antrag zuständig?

Ihr Hausarzt- oder Facharzt kennt die richtige Zuständigkeit und wird den ausgefüllten Reha-Antrag abschließend an den zuständigen Kostenträger zur Prüfung und Genehmigung einreichen.

Die Bewilligung: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Einer Beantragung wird von Seiten des Kostenträgers dann zugestimmt, wenn durch die stationäre Rehamaßnahme ein Behandlungserfolg zu erwarten ist. Betrachtet und bewertet werden hierbei der Rehabilitationsbedarf, die Rehabilitationsfähigkeit, das Rehabilitationspotenzial und die Rehabilitationsprognose. Diese Parameter werden im Vorfeld der Beantragung zwischen Ihnen und dem Sie behandelnden Haus- oder Facharzt besprochen. Die letzte Entscheidung darüber obliegt dem jeweiligen Kostenträger bzw. den dort vorhandenen Fachgremien wie medizinische Gutachter, Medizinischer dienst, etc.

Das Wunsch- und Wahlrecht: Kann ich Wünsche äußern?

In der Regel bestimmt der Kostenträger über Art, Dauer, Umfang, Beginn und Durchführung sowie den Ort (d.h. die Reha-Klinik) Ihrer Rehamaßnahme. Sie haben jedoch bereits bei Antragstellung die Möglichkeit bzw. das Recht, eigene Vorstellungen und Wünsche hierzu in Ihrem Reha-Antrag vorzubringen (§ 9 Abs. 1 SGB IX). Ihr Vorschlag wird dann vom Kostenträger geprüft und es wird darüber entschieden.

Mein Reha-Antrag wurde abgelehnt, was tun?

 

Bei Ablehnung (Nichtbewilligung) Ihres Reha-Antrages haben Sie die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung Widerspruch einzulegen. Wichtig ist hierbei, dass der Widerspruch schriftlich und innerhalb eines Monats nach Erhalt der Ablehnung beim Kostenträger eingelegt werden muss. Auch hierbei ist es ratsam, das Gespräch mit Ihrem behandelnden Hausarzt bzw. Facharzt zu suchen, der Sie bei Ihrem Widerspruch unterstützen wird. Die Praxis zeigt, dass auf eingelegte Widersprüche verschiedentlich auch Bewilligungen erfolgen. Verbleibt es jedoch nach erneuter Antragsprüfung bei der Ablehnung, steht Ihnen als letztes Mittel der Wahl der Weg vor das Sozialgericht offen.

Rehabilitationsmaßnahme nach Krankenhausbehandlung (AHB)

Nach einem operativen Eingriff und einem längeren Behandlungszeitraum im Krankenhaus übernimmt es das Krankenhaus für Sie, im Bedarfsfall einen Reha-Antrag zu stellen. Dies erfolgt in Kooperation mit dem dortigen Sozialdienst und den behandelnden Ärzten während Ihres Krankenhausaufenthaltes. Wie es der Name sagt, findet die Rehamaßnahme direkt im Anschluss an Ihren Krankenhausaufenthalt statt. Sie können grundsätzlich eine Anschlussheilbehandlung (AHB) in Anspruch nehmen, wenn Sie nicht später als zwei Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt die Reha antreten. Die Auswahl der Reha-Klinik und Verlegung vom Krankenhaus dorthin wird über die Krankenhausverwaltung organisiert.

Fazit

Nutzen Sie Ihr gutes Recht auf eine Rehabilitationsmaßnahme. Der Weg zur Reha ist nicht so bürokratisch und langwierig, wie Sie vielleicht befürchten. Auch die Äußerung einer Wunschklinik in Ihrem Reha-Antrag ist mit geringem Aufwand verbunden. Schließlich geht es um das wertvollste Gut, das Sie besitzen - es geht um die Erhaltung, Verbesserung und/oder die Wiedererlangung Ihrer Gesundheit. Die freundlichen Mitarbeiter/innen der Deutschen Rentenversicherung, der Krankenkassen, des Sozialverband VdK und nicht zuletzt der Sie behandelnden Arzt/Facharzt sowie wir stehen Ihnen hilfreich zur Seite.

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